Große linksradikale Vorabenddemo in Lüneburg

Am heutigen Abend fand in Lüneburg eine erfolgreiche und große Vorabenddemo gegen den Castortransport nach Gorleben statt. Über 2500 Menschen folgten dem Aufruf des Aktionsbündnis Castor-Widerstand (ABC). Die Teilnehmer_innenmenge übertraf bei weitem die Erwartungen der Veranstalter_innen und es herrschte eine kraftvolle und entschlossene Stimmung. Die Polizei stoppte einige Male die Demo, die ansonsten störungsfrei verlief. Eine starkes Signal für die nächsten Tage. Wir stoppen den Castor! Die Auftaktkundgebung begann um 18 Uhr pünktlich mit den Klängen des Liedes „Hells Bells“. Danach folgten Redebeiträge von Vertreter_innen von Contratom, dem Lüneburger Jugendbündnis gegen Atomkraft, dem Lüneburger Aktionsbündis gegen Atom (Laga) und dem Projekt Gegendruck. Außerdem hielt ein Vertreter der Bäuerlichen Notgemeinschaft einen sehr kraftvollen Beitrag. Einer der Höhepunkte der Auftaktkundgebung war der Beitrag der Kampagne „Castor Schottern!“.

Während der Auftaktkundgebung kam es am Rande zu kleineren Rangeleien, als einige Bundespolizist_innen mit Kontrollen begannen. Dabei wurde eine Person leicht verletzt und verlor auch kurzzeitig das Bewusstsein. Nach Interventionen des Demoanmelders und Rechtsanwält_innen wurde diese provozierende Maßnahme beendet.
Musikalisch wurde die Demonstration von den Rappern Captain Gips und Johnny Mauserunterstützt, die zu Beginn für gute Stimmung sorgten.

Nachdem die Demonstration einige Meter gelaufen war, wurde sie zum ersten Mal von der Polizei auch wieder gestoppt. Die Polizei hatte eine „Tendenz der Vermummung“ bei einigen Demoteilnehmer_innen und das Transparente miteinander verknotet waren festgestellt. Deshalb wurde die Demo dann auch nochmals gestoppt.
Nachdem Pyrotechnik abgefeuert wurde, drohte die Polizei, die Demo in „Teilbereichen“ aufzulösen. Nach erneuten Interventionen der Demoleitung, konnte die Demo weitergeführt werden und auch der Kamerawagen der Polizei zog sich zurück. Die Demo zog lautstark durch die Innenstadt. An der Spitze gingen Gruppen und Menschen aus verschiedenen linksradikalen Zusammenhängen.

Auf Grund der großen Menschenmenge musste der Ort der Abschlußkundgebung verlegt werden. Die Demo konnte nicht am Reichenbachplatz (in der unmittelbaren Nähe zur Polizeizentrale) enden, sondern ging nur bis zum Marktplatz. Der eigentliche Ort der Abschlußkundgebung wäre für die Menschenmenge zu klein gewesen.

Auf der Abschlußkundgebung gab es dann noch Redebeiträge der Lüneburger Antirepressionsgruppe, zur IMK in Hamburg und zur Veränderung des Niedersächsischen Versammlungsgesetz. Dannach traten die Live Acts nochmals auf und vor der Bühne wurde ausgelassen getanzt. Die Veranstaltung endete mit der deutlichen Ansage, dass der Castor gestoppt wird.

Die Demoveranstalter_innen waren am Ende des Abends mit dem Verlauf und der Größe der Veranstaltung voll zufrieden. Deutlich wurde auch, dass es nicht nur um den Castor und Atomausstieg ging, sondern auch eine antikapitalistische Perspektive formuliert werden konnte. Eine linke Manifestation des Widerstandes, ohne eine Vereinahmung durch Bündnis 90/Die Grünen, SPD oder die Anti-Atom-Lobbyisten.

So und jetzt geht es weiter. Atomausstieg ist Handarbeit! Raus auf die Schiene und Straße! Wir stoppen den Castor – Castor schottern!

Fotos auf www.subkontur.de

Videobeitrag von Graswurzelt TV: