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In Gedenken an Sébastien

Mahnwache am 07.11.11 um 18 Uhr am Bahnhof Lüneburg

Am 7. November 2004 wurde der französische Atomkraftgegner Sébastien Briat vom Castor-Zug aus dem französischem La Hague nach Gorleben nahe der Stadt Avricourt erfasst und getötet. Die genauen Umstände, die zu diesem Unglück führten, wurden nie zweifelsfrei geklärt. Fest steht, dass Sicherheitsvorschriften seitens der französischen Bahn nicht beachtet wurden. Der Zug fuhr viel zu schnell, um rechtzeitig bremsen zu können. Der egleithubschrauber war gerade beim Tanken. Der Zug sollte eine Verspätung aufholen, die durch eine vorausgegangene Blockade entstanden war. Sébastien wurde vom Zug erfasst, als er gerade die Gleise verlassen wollte.

Sébastien war ein ausgesprochen lebenslustiger, lebendiger Mensch, der für das Leben gekämpft hat. Uns verbindet der gemeinsame Widerstand gegen ein Herrschaftssystem, das menschenverachtend aus ökonomischen und politischen Interessen die Atomtechnologie durchsetzt. Sébastien wollte mit einer Gruppe den Castortransport aufhalten. Die Anti-AKW-Bewegung in Frankreich und in der BRD hatte dazu aufgerufen, sich diesem Transport
zu „widersetzen“, sich „querzustellen“. Eine Ver- und Behinderung der Atomtransporte stört die Atom-Energie-Produktion und damit auch die Produktion neuen Mülls empfindlich und demonstriert, dass das Atomprogramm politisch nicht akzeptiert wird.

Am 23. November 2011 soll im französischen Valognes der nächste Castortransport nach Gorleben starten. Wir rufen dazu auf, auch bei diesem Transport gegen die Menschenverachtenden Machenschaften der Atomindustrie und ihrer Unterstützer_innen in der Politik entschieden zu protestieren und den Transport mit kreativen und entschlossenen
Protestaktionen zu begleiten. Wir stoppen den Castor!

Atomtransporte sind unverzichtbarer Bestandteil des hochriskanten, so genannten „Normalbetriebs“ von Atomanlagen. Sébastien starb, als er sich dagegen zu Wehr setzte.
Unsere Abscheu und unsere Wut und unser Widerstand richten sich gegen die, die Tote billigend in Kauf nehmen, um ihre Macht- und Profitinteressen durchzusetzen. Sébastien´s Tod ist für uns ein Grund mehr, im Widerstand gegen die Atomkraft nicht nachzulassen.

Den Atomstaat stilllegen – weiträumig, unkontrollierbar, renitent!