Aktueller Stand der Dinge: Gorleben-Castor soll zwischen dem 24. und 28. November 2011 rollen

Wich­ti­ger Hin­weis: Die­se An­ga­ben zum Fahr­plan und zur Stre­cke sind Er­fah­rungs­wer­te aus den letz­ten Jah­ren. Es gibt zur­zeit kei­ner­lei An­halts­punk­te, dass die­ser zeit­li­che Ab­lauf und die auf­ge­zeig­te Stre­cke wirk­lich stim­men!
Wir kommen zum Zug – Wir stoppen den Castor vor Lüneburg“

Unter dem Motto:„Wir kommen zum Zug – Wir stoppen den Castor vor Lüneburg“ wollen Lüneburger Aktionsgruppen (Castor Plenum Lüneburg) eine Menschenblockade auf der Castor Transportstrecke zwischen Uelzen und Winsen durchführen.
Zitate über die geplante Lüneburger Aktion:
„Wenn wir die Gleise betreten, sind wir uns der Gefahren bewusst. Während unserer Blockade handeln wir besonnen und achten aufeinander. Diese Aktion verlangt viel von uns. Wir müssen uns gut vorbereiten und an unsere Absprachen halten. Wir beginnen unsere Blockade erst, wenn die Strecke gesichert ist.“
„So geht es: Wenn die Züge stehen, bilden wir auf den Gleisen der Transport- strecke eine Menschenblockade zwischen Uelzen und Winsen/Luhe d.h. auf der Strecke Hamburg-Hannover.“
Wir kommen zum Zug! Du auch?
„Wir gehen diesen Schritt, handeln entschlossen und gemeinsam, um den Castor aufzuhalten.“
Aktiv werden:
In und um Lüneburg gibt es Mahnwache, Camp in Wendisch Evern und einen Infopunkt an der Scharffkreuzung.
Informiert Euch auf:
www.wir-kommen-zum-zug.org

Fahrplan des Castortransports
(von www.gorleben-castor.de)
Der Fahr­plan
Wir rech­nen da­mit, dass der dies­jäh­ri­ge Cas­tor­trans­port mit elf Be­häl­tern mit hoch­ra­dio­ak­ti­ven Ab­fäl­len aus der Wie­der­auf­ar­bei­tungs­an­la­ge La Ha­gue in Frank­reich am Don­ners­tag, dem 24. No­vem­ber ab­fah­ren wird. Et­wa Frei­tag­mit­tag er­reicht der Zug die deut­sche Gren­ze, wo er in Berg be­reits von der Süd­blo­cka­de er­war­tet wer­den wird. Am Sams­tag­nach­mit­tag könn­te der Cas­tor­trans­port dann in Lü­ne­burg sein, um sich auf die letz­te Schie­ne­n­etap­pe nach Dan­nen­berg zu ma­chen. Im Ver­la­de­bahn­hof Dan­nen­berg er­folgt ein et­wa zwölf­stün­di­ger Um­la­de­vor­gang auf Stra­ßen­tief­la­der, denn das Zwi­schen­la­ger Gor­le­ben ver­fügt nicht über ei­nen Gleis­an­schluss. In der Nacht von Sonn­tag auf Mon­tag – soll­te es kei­ner­lei zeit­li­cher Ver­zö­ge­run­gen ge­ben aber auch schon am frü­hen Mor­gen – muss dann mit der Über­füh­rung der Atom­müll­be­häl­ter in das et­wa 20 Ki­lo­me­ter ent­fern­te Zwi­schen­la­ger Gor­le­ben ge­rech­net wer­den.

Die Stre­cke
Das „ICE Stre­cken“-​Mär­chen (Han­no­ver-​ Ham­burg): Auf der Haupt­stre­cke von Han­no­ver nach Ham­burg (über Cel­le, Uel­zen, Lü­ne­burg) ver­keh­ren zwar zahl­rei­che ICEs, es han­delt sich aber nicht um ei­ne so­ge­nann­te ICE-​Stre­cke im Sin­ne ei­ner ICE-​Neu­bau­st­rek­ke (wie zum Bei­spiel von Han­no­ver über Kas­sel nach Würz­burg).Viel­mehr ist es ei­ne Aus­bau­stre­cke, auf der schon seit Jahr­zehn­ten ICs ge­nau­so schnell fah­ren wie heu­te die ICEs, näm­lich ma­xi­mal 200 km/h. Die ICEs fah­ren al­so nicht die üb­li­chen 250 (ggf. bis 280 km/h). Der Schnell­brems­weg von 250 km/h auf 0 be­trägt beim ICE 2300 Me­ter. Dar­aus er­gibt sich bei 200 km/h ein Brems­weg von 1472 Me­ter, bei 160 km/h deut­lich un­ter ei­nem Ki­lo­me­ter. Trotz­dem ist er im­mer noch so lang, dass zu di­rek­ten Pro­test­ak­tio­nen nicht ge­ra­ten wer­den kann. Vor­sicht: Auch die In­ter­Re­gi­os fah­ren auf der Stre­cke mit ma­xi­mal 200 km/h.

Kommt der Zug im Groß­raum Han­no­ver an, führt der kür­zes­te Weg über Lehr­te, Cel­le, Uel­zen und Bad Be­ven­sen nach Lü­ne­burg (200-​km/h-​Stre­cke). Dort muss dann die Fahrt­rich­tung ge­wech­selt wer­den, be­zie­hungs­wei­se es müs­sen Ran­gier­ar­bei­ten aus­ge­führt wer­den. Bei der Ei­sen­bahn­li­nie Lü­ne­burg – Dan­nen­berg (Ost­bahn­hof) han­delt es sich um ei­ne ein­glei­si­ge, nicht-​elek­tri­fi­zier­te „Bim­mel­bahn­li­nie“, bei der der Per­so­nen­ver­kehr vor den Cas­tor­ta­gen ein­ge­stellt wird. Wä­ren nicht die Cas­tor­trans­por­te, so hät­te die Bahn die­se Stre­cke längst still­ge­legt, denn die (par­al­le­le) Bus­ver­bin­dung ist kaum lang­sa­mer. Von Lü­ne­burg nach Dan­nen­berg sind es auf der Bahn­stre­cke et­wa 54 Ki­lo­me­ter, der von der DB ein­ge­setz­te Die­sel­t­rieb­wa­gen braucht da­für 1 Stun­de und 9 Mi­nu­ten, wor­aus sich ei­ne durch­schnitt­li­che Rei­se­ge­schwin­dig­keit von knapp 47 km/h er­gibt. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit wird al­so ver­mut­lich 60 km/h be­tra­gen. Zu­min­dest für den Cas­tor­trans­port im März 2001 kam vor dem Amts­ge­richt Lü­ne­burg her­aus, dass der Cas­tor­lok­füh­rer die Or­der hat­te auf Sicht, ma­xi­mal aber 40 km/h zu fah­ren.
Der Dan­nen­ber­ger Ver­la­de­bahn­hof, auf dem die Cas­tor­be­häl­ter von den Bahn­an­hän­gern auf die Sat­tel­schlep­per für den Stra­ßen­trans­port um­ge­la­den wer­den, be­fin­det sich noch we­ni­ge hun­dert Me­ter wei­ter öst­lich des Dan­nen­ber­ger (Ost-​)Bahn­hofs, al­so der nor­ma­len End­sta­ti­on.

Für den rund 20 Ki­lo­me­ter lan­gen Stra­ßen­ab­schnitt von Dan­nen­berg nach Gor­le­ben gibt es zwei ty­pi­sche Trans­por­t­rou­ten: Die Nord­rou­te geht von Dan­nen­berg zu­nächst ein Stück auf der B191, dann über Ouick­born, Ka­che­ri­en, Lan­gen­dorf, Grip­pel, Pret­zet­ze und Laa­se nach Gor­le­ben. Zwi­schen Quick­born und Ka­che­ri­en ist al­ter­na­tiv ei­ne klei­ne süd­li­che Um­lei­tung mög­lich (‚v‘-​för­mi­ger Um­weg). Die süd­li­che Trans­port­stre­cke führt von Dan­nen­berg über Splietau, Gus­born, dann wie­der Pret­zet­ze und Laa­se nach Gor­le­ben. Falls Ihr wäh­rend der Cas­tor­zeit an Bahn­stre­cken seid, auf de­nen Blüm­chen wach­sen und kei­ne Po­li­zei zu se­hen ist, seid Ihr falsch: Es gibt ei­ne still­ge­leg­te Stre­cke Uel­zen Dan­nen­berg!